Tankbetrug beim Mietwagen: So schützt du dich vor der Voll-Leer-Falle
- Drei Tank-Regelungen existieren: Voll/Voll, Voll/Leer und Leer/Leer
- Voll/Voll ist die fairste Regelung – immer bevorzugen
- Bei Voll/Leer zahlst du für nicht verbrauchten Treibstoff – oft 30–50% Aufschlag
- Vor Abholung Tankstand fotografieren und im Protokoll bestätigen lassen
Die Tankfüllung beim Mietwagen ist eine der häufigsten Quellen für Streit und unerwartete Zusatzkosten. Wer die drei Regelungen kennt und richtig reagiert, vermeidet teure Überraschungen.
Die drei Tank-Regelungen erklärt
Voll/Voll (Full to Full)
Du übernimmst das Fahrzeug mit vollem Tank und gibst es mit vollem Tank zurück. Die fairste Regelung – du zahlst nur für das, was du verbrauchst. Einzige Pflicht: Vor Rückgabe selbst auftanken. Preis: Marktüblicher Tankstellenpreis.
Voll/Leer (Full to Empty)
Du übernimmst das Fahrzeug mit vollem, vorausbezahlten Tank und gibst es so leer wie möglich zurück. Klingt praktisch – ist aber fast immer die schlechteste Option. Der Vermieter berechnet für den Tank einen Pauschalpreis, der 20–50% über dem Marktpreis liegt. Außerdem wirst du das Fahrzeug selten wirklich leer zurückgeben – der Rest-Treibstoff ist dein Verlust.
Bei Voll/Leer zahlst du für den vollen Tank – egal wie weit du fährst. Wer nur 30% des Tanks verbraucht, schenkt dem Vermieter 70% des Treibstoffs plus den Aufschlag. Immer ablehnen wenn möglich.
Leer/Leer (Empty to Empty)
Selten angeboten – du übernimmst das Fahrzeug mit leerem Tank, tankst selbst und gibst es leer zurück. Klingt gut, aber praktisch kaum umsetzbar: Du fährst mit Reservestand vom Flughafen und weißt nicht wie viel noch im Tank ist.
Was tun wenn du keine Voll/Voll-Option hast?
Manche Anbieter bieten nur Voll/Leer an. In diesem Fall:
- Den Tank-Pauschalpreis genau notieren und mit dem Marktpreis an der nächsten Tankstelle vergleichen
- Wenn du viele Kilometer fährst und den Tank wirklich fast leerfahren kannst: Voll/Leer kann sich lohnen
- Bei kurzen Strecken (unter 200 km): Fast immer teurer als selbst auftanken
Der häufigste Betrug: „Tank war nicht voll“
Du gibst das Fahrzeug mit vollem Tank zurück – der Mitarbeiter behauptet beim Check-in, der Tank sei nicht voll gewesen, und berechnet eine Nachfüllung zu Höchstpreisen (oft 3–5 €/Liter). Schutz: Fotografiere den Tacho und die Tankuhr direkt nach dem letzten Tanken und nochmal bei der Rückgabe. Bewahre den Tankbeleg auf.
Tanke bei der letzten Station vor dem Flughafen und behalte den Kassenbon. Zeige diesen bei der Rückgabe vor – das ist dein Beweis für den vollen Tank.
Checkliste Tank: Vor Abholung und Rückgabe
Bei Übernahme
Tankstand fotografieren und im Übergabeprotokoll bestätigen lassen. ‚Voll‘ heißt wirklich voll – nicht 7/8 oder 3/4.
Tankregelung prüfen
Welche Regelung gilt? Im Vertrag nachlesen, nicht dem Schalter-Mitarbeiter vertrauen.
Vor Rückgabe tanken
Letzte Tankstelle möglichst nah am Rückgabeort wählen – Google Maps: ‚Tankstelle in der Nähe‘ direkt am Flughafen.
Bei Rückgabe
Tankstand fotografieren, Kassenbon für das letzte Tanken aufbewahren und vorzeigen.
Fazit
Voll/Voll ist immer die beste Regelung. Bei Voll/Leer droht Mehrkosten von 20–50%. Mit konsequenter Fotodokumentation und dem Tankbeleg bist du gegen die häufigsten Streitfälle abgesichert.