Mietwagen-Fallen: Diese 7 Tricks der Vermieter kosten dich bares Geld
- Versteckte Kosten können den Mietwagenpreis um 50–200% erhöhen
- Falle Nr. 1: Schäden die bereits beim Vormieter entstanden sind und dir angelastet werden
- Falle Nr. 2: Tankregelung ‚Voll/Leer‘ – du zahlst für nicht genutzten Treibstoff
- Schutz: Alle Schäden bei Übernahme fotografieren, Protokoll unterschreiben lassen
Der Mietwagenpreis im Internet sieht günstig aus – am Ende der Reise ist die Abrechnung jedoch doppelt so hoch. Kein Einzelfall. Diese 7 Maschen sind bei Mietwagen-Anbietern weit verbreitet – vor allem bei günstigen lokalen Anbietern in Südeuropa.
Falle 1: Schäden aus Vormiete werden dir berechnet
Kleinkratzer, Dellen und Steinschläge werden oft nicht dokumentiert, weil Schalter-Mitarbeiter keine Zeit haben oder die Schäden bewusst ignoriert werden. Der nächste Mieter – also du – unterschreibt das Schadenprotokoll, ohne die Vorschäden zu kennen, und wird bei Rückgabe für diese Schäden haftbar gemacht.
Fotografiere das Fahrzeug vor Antritt der Fahrt von allen vier Seiten, Dach, Unterboden (soweit erreichbar), Innenraum und alle vorhandenen Schäden. Zeitstempel-Fotos sind dein bester Schutz. Lass dir alle vorhandenen Schäden im Übergabeprotokoll bestätigen.
Falle 2: Voll/Leer-Tankregelung
Bei der Voll/Leer-Option bekommst du das Fahrzeug mit vollem Tank und musst es leer zurückgeben. Klingt günstig – der Vermieter berechnet für den vorausbezahlten Tank jedoch Marktpreise plus Aufschlag. Du zahlst also auch für Treibstoff, den du nicht verbraucht hast. Immer Voll/Voll-Regelung wählen und das Fahrzeug vor Rückgabe selbst auftanken.
Falle 3: Pflicht-Upgrade am Schalter
Das gebuchte Fahrzeug ist angeblich „gerade nicht verfügbar“ – aber zum Glück gibt es ein Upgrade für nur 15 €/Tag mehr. Oft eine Lüge: Das günstigere Fahrzeug steht auf dem Parkplatz, der Mitarbeiter verkauft es nicht. Bestehe auf dem gebuchten Fahrzeug. Wenn es wirklich nicht verfügbar ist, hast du Anspruch auf ein gleichwertiges Fahrzeug zum gleichen Preis oder auf Vertragsauflösung.
Lies den Mietvertrag am Schalter durch bevor du unterschreibst. Manche Vermieter fügen Versicherungen oder Upgrades hinzu die du nicht bestellt hast – und du hast mit deiner Unterschrift zugestimmt.
Falle 4: Versteckte Einweggebühren
Rückgabe an einem anderen Ort als Abholung? Bis zu 300 € Aufpreis – oft erst im letzten Buchungsschritt sichtbar. Prüfe beim Vergleichen immer ob es sich um eine One-Way-Buchung handelt und ob diese Gebühr im angezeigten Preis enthalten ist.
Falle 5: Zusatzfahrer ohne Information
Fährt eine zweite Person ohne als Zusatzfahrer eingetragen zu sein, ist der Versicherungsschutz sofort nichtig. Im Schadensfall zahlst du alles selbst. Immer alle Fahrer vor Fahrtantritt eintragen lassen – auch wenn es 10–15 €/Tag kostet.
Falle 6: Übergabe im Dunkeln oder bei Regen
Manche Stationen geben Fahrzeuge absichtlich in schlechten Lichtverhältnissen oder im Regen aus, damit Schäden schwerer zu erkennen sind. Bestehe auf einer Übergabe bei gutem Licht. Wenn das nicht möglich ist, vermerke im Protokoll ausdrücklich: „Schäden unter schlechten Lichtverhältnissen nicht vollständig prüfbar.“
Falle 7: Reifenschäden und Unterbodenschäden
CDW und Vollkasko decken in vielen Standardverträgen keine Schäden an Reifen, Felgen, Windschutzscheibe und Unterboden. Ein einziger platten Reifen kann 200–600 € kosten. Wer in Ländern mit schlechten Straßen fährt, braucht explizit eine „Full Protection“-Police die diese Bereiche abdeckt.
So schützt du dich: Die Checkliste
Vor Übernahme
Fahrzeug komplett fotografieren (alle Seiten, Dach, Innenraum, Tankstand). Fotos mit Zeitstempel.
Beim Protokoll
Alle Vorschäden im Übergabeprotokoll vermerken lassen. Keine Unterschrift ohne vollständige Schaden-Liste.
Tankstand prüfen
Tankstand auf dem Protokoll notieren und fotografieren. Voll/Voll-Regelung bevorzugen.
Vertrag lesen
Mietvertrag vor Unterschrift auf ungebuchte Extras prüfen.
Bei Rückgabe
Fahrzeug gemeinsam mit Mitarbeiter inspizieren. Nie in Eile übergeben ohne Abnahmeprotokoll.